64. Verkehrsgerichtstag in Goslar

Sechs Personen sitzen auf dem Podium an einem Tisch. Im Hintergrund sind auf der Leinwand das Logo und der Schriftzug des 64. Deutschen Verkehrsgerichtstages zu sehen.

Fachleute diskutieren über Gebrauchtteile und Schadensersatz

Ende Januar kamen zahlreiche Fachleute in Goslar zusammen, um beim 64. Deutschen Verkehrsgerichtstag über Schadens- und Unfallregulierung zu debattieren. In acht Arbeitskreisen wurden Ideen, ihre Konsequenzen und rechtliche Hürden diskutiert. Rechtsanwalt Gunnar Stark nahm im Kulturkraftwerk am spannenden Austausch zu Reparaturen von Unfallschäden mit Gebrauchtteilen teil.

„Das ist ein sehr interessanter Aspekt. Ökonomisch und ökologisch ist es in einigen Fällen sicher sinnvoll, Autos mit Gebrauchtteilen zu reparieren“, so Gunnar Stark. Problematisch bleibe jedoch, dass es derzeit keine einheitlichen Standards für die Qualität dieser Teile gibt. Zudem ist die Verfügbarkeit bisher nicht ausreichend. „Wichtig ist uns, sicherheitsrelevante Teile am Fahrzeug weiterhin ausschließlich durch Neuteile zu ersetzen“, berichtet Gunnar Stark.

In einem nächsten Schritt werden nun alle Beteiligten, also unter anderem Werkstätten, Leasinggesellschaften, Versicherungen und Geschädigte, aufgefordert, gemeinsame Lösungen zu finden, wie Gebrauchtteile besser genutzt werden können. Dafür braucht es einheitliche Standards sowie digitale Plattformen für Gebrauchtteile.

Schadensersatz bei Fahrzeugausfall

Ein weiterer Arbeitskreis debattierte über Schadensersatz bei unfallbedingtem Fahrzeugausfall. Dabei stellten die Beteiligten fest, dass sich das Konzept des Nutzungsausfalls bewährt hat. So muss kein Interimsfahrzeug angeschafft werden. Zugleich wird nicht nur der Mobilitätsausfall vergütet, sondern eine pauschale Entschädigung nach Fahrzeugklasse unter Berücksichtigung des Fahrzeugwertes gewährt.

Allerdings kommt es vermehrt zu langen Ausfallzeiten, unter anderem durch lange Lieferzeiten oder Personalengpässe in den Werkstätten. Deshalb sollten Versicherer und Geschädigte zukünftig enger kommunizieren, um zu schauen, wie Ausfallzeiten verkürzt oder kostengünstigere Alternativen gefunden werden können.

Der Deutsche Verkehrsgerichtstag fasst die Leitsätze der acht Arbeitskreise hier zusammen: Aktuelle Empfehlung.